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Amazon Pan-EU vs. EFN 2026: Kosten, Umsatzsteuer & Regeln

Amazon Pan-EU vs. EFN 2026: Unterschiede, Gebühren, Umsatzsteuer, neue Angebotspflicht Niederlande und Belgien und welches Programm zu dir passt.

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Wer auf Amazon in mehreren Ländern in Europa verkaufen will, hat zwei Hauptoptionen: den Paneuropäischen Versand durch Amazon (Pan-EU) und das Europäische Versandnetzwerk (EFN). Beide nutzen Versand durch Amazon (FBA), unterscheiden sich aber stark bei Lagerung, Versandkosten und Umsatzsteuer. Dazu kommen 2026 neue Regeln: Seit September 2026 gilt für das Pan-EU Programm eine Angebotspflicht in den Niederlanden, ab Februar 2027 folgt Belgien. In diesem Überblick erfährst du, wie Amazon Pan EU und EFN funktionieren, was sie kosten, welche Voraussetzungen für die Teilnahme gelten und welches Programm zu deinem Geschäft passt.

Was ist Amazon Pan-EU? Der Paneuropäische Versand durch Amazon FBA

Beim Paneuropäischen Versand durch Amazon schickst du deine Waren an ein einziges Logistikzentrum in einem Land. Amazon verteilt deinen FBA-Lagerbestand dann automatisch auf Fulfillment Center in mehreren EU-Ländern, je nachdem, wo die Nachfrage ist. Amazon bietet dafür Lagerung in sieben Ländern an: Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, die Niederlande, Polen und Tschechien. Du verwaltest den gesamten Bestand trotzdem zentral in einem Verkäuferkonto.

  • Bestellungen werden aus Logistikzentren nah am Kunden verschickt, die Lieferung ist schneller.
  • Du zahlst niedrigere lokale Versandgebühren statt der Gebühren für den grenzüberschreitenden Versand.
  • Deine Produkte tragen in allen Ländern das Prime-Logo.

Der Nachteil: Jedes Land, in dem Amazon deine Waren lagert, verlangt eine Registrierung für die Umsatzsteuer.

Was ist das Europäische Versandnetzwerk (EFN)?

Beim Europäischen Versandnetzwerk EFN lagerst du deine Ware nur in einem Land, zum Beispiel in Deutschland. Mit einem europäischen Verkäuferkonto kannst du trotzdem in allen EU-Stores verkaufen. Kommt eine Bestellung aus Frankreich oder Italien, verschickt Amazon sie aus dem deutschen Lager ins Ausland. Dafür fällt eine Gebühr für den grenzüberschreitenden Versand an, die deutlich höher ist als die lokale Versandgebühr. Laut Amazon sind auch über das Europäische Versandnetzwerk versendete Bestellungen für Prime berechtigt.

Die Vorteile von EFN: Du brauchst nur in dem Land, in dem Amazon lagert, eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer und meldest Verkäufe an Kunden in anderen EU-Ländern über das OSS-Verfahren. Deine Angebote lädst du für jeden Store mit derselben SKU hoch. Dafür dauert die Lieferung länger, und die Versandkosten pro Bestellung sind höher.

Pan-EU vs. EFN vs. Mitteleuropa: der Vergleich

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Pan-EUEFNMitteleuropa-Programm
LagerungDE, FR, IT, ES, NL, PL, CZnur ein LandDeutschland, Polen, Tschechien
Versandgebührenlokale TarifeAufpreis für grenzüberschreitenden Versand−0,26 € je Einheit auf Amazon.de
Lieferzeitschnelllängerschnell in Deutschland
UmsatzsteuerRegistrierung in jedem Lagerlandnur ein Land, dazu OSSDeutschland, Polen, Tschechien
Passt fürviele Länder, hoher UmsatzEinstieg und TestsFokus auf Deutschland

Neu 2026: Angebotspflicht auf den europäischen Amazon Marketplace Sites

  • Seit dem 3. September 2026 braucht jedes Produkt im Pan-EU Programm ein aktives Angebot auf Amazon.nl, auch Produkte, die schon länger registriert sind. Vorher galt das nur für neu angemeldete Artikel.
  • Ab dem 26. Februar 2027 verlangt Amazon bei der Registrierung neuer Pan-EU Produkte zusätzlich ein aktives Angebot in Belgien.
  • Wichtig: Es geht um ein aktives Angebot, nicht um Lagerung. Du musst in den Niederlanden oder Belgien keine Waren lagern.
  • Ausnahmen sind möglich, etwa wenn ein Produkt dort nicht verkauft werden darf, die Kennzeichnung die Sprachvorgaben nicht erfüllt oder es auf dem Marktplatz keine Produktseite gibt.

Welche Produkte betroffen sind, siehst du in Seller Central im Bereich für den Pan-EU-Lagerbestand. Die Berechtigung wird pro Produkt geprüft, nicht pro Verkäuferkonto.

Pan-EU Programm: Voraussetzungen für die Teilnahme 2026

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  1. Aktive Angebote in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und den Niederlanden, jeweils mit derselben SKU pro ASIN
  2. Belgien ab 26.02.2027 bei neuer Registrierung
  3. Mindestens zwei Lagerländer aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und den Niederlanden aktivieren
  4. Umsatzsteuer-Identifikationsnummer in jedem der Lagerländer und regelmäßige Umsatzsteuermeldungen
  5. OSS-Registrierung für Fernverkäufe über 10.000 € pro Jahr in der EU
  6. Nationale Gesetze einhalten: Sprache der Kennzeichnung, Verpackungsregister und Produktsicherheit in jedem Land

Tipp für Schweden: Lokale Versandgebühren gelten dort nur, wenn Deutschland als Lagerort aktiviert ist.

Umsatzsteuer bei Pan-EU und EFN in den EU-Ländern

  • Pan-EU: Die Umsatzsteuerpflicht entsteht ab der ersten Einheit, die Amazon in einem Land einlagert. Du brauchst dort eine Registrierung und gibst regelmäßig Umsatzsteuererklärungen ab. Auch das Verbringen von Ware zwischen Lagern in verschiedenen Ländern muss gemeldet werden.
  • Früh planen: Eine Umsatzsteuer-Registrierung in anderen Ländern dauert oft acht bis zwölf Wochen. Aktiviere Lagerländer erst, wenn alles steht.
  • EFN: Du bist nur in einem Land registriert. Verkäufe an Privatkunden in anderen EU-Ländern meldest du seit dem 1. Juli 2021 über das OSS-Verfahren, sobald du EU-weit mehr als 10.000 € Fernverkäufe pro Jahr hast.
  • OSS ersetzt keine Registrierung in den Lagerländern. Auch der Umsatzsteuer-Berechnungsservice von Amazon hilft bei Rechnungen, übernimmt aber nicht deine Meldepflichten.

Viele Händler arbeiten für Pan-EU mit einem Steuerberater oder Steuerdienstleister, der alle Länder abdeckt. Mehr zu allen Ausgaben im Guide zu den Amazon FBA Kosten.

Gebühren: Was kostet Pan-EU, was kostet EFN?

  • Pan-EU: Du zahlst die lokalen FBA-Gebühren des Landes, in dem bestellt wird. Laut Amazon sind lokale Tarife im Durchschnitt rund 45 % günstiger als die Gebühren für den grenzüberschreitenden Versand im EFN.
  • EFN: Zusätzlich zur FBA-Gebühr fällt ein Aufpreis für den Versand in andere Länder an. Wie hoch, hängt von Größe, Gewicht und Zielland ab.
  • Für alle: Seit dem 17. April 2026 gilt ein Treibstoff- und Logistikzuschlag von 1,5 % auf die FBA-Versandgebühren in Europa und im Vereinigten Königreich.
  • Niedriger Lagerbestand: Liegt deine Bestandsreichweite unter 28 Tagen, kann in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien eine Gebühr für niedrigen Lagerbestand anfallen.

Vergleiche vor der Entscheidung die tatsächlichen Gebühren pro Produkt, nicht nur Durchschnittswerte.

Weitere FBA-Optionen: Mitteleuropa, MCI und Remote Fulfilment

  • Mitteleuropa-Programm: Amazon lagert deine Ware zusätzlich in Polen und Tschechien. Für Verkäufe auf Amazon.de sparst du mindestens 0,26 € je Einheit. Dafür brauchst du eine Umsatzsteuer-Registrierung in Polen und Tschechien.
  • Lagerbestand im Marktplatzland (MCI): Du wählst selbst, in welche Länder du Ware schickst, statt Amazon verteilen zu lassen. Eine Zwischenlösung zwischen EFN und Pan-EU.
  • Remote Fulfilment ins Vereinigte Königreich: Das Vereinigte Königreich gehört seit dem Brexit nicht mehr zum Pan-EU Programm. Über Remote Fulfilment kannst du aus deinem EU-Lager trotzdem an Kunden im Vereinigten Königreich verkaufen.

Wann lohnt sich Pan-EU, wann EFN?

  • EFN passt, wenn du gerade erst expandierst und neue Märkte in Europa testen willst, keine Umsatzsteuer-Registrierungen in mehreren EU-Ländern möchtest oder außerhalb von Deutschland noch wenig Umsatz machst.
  • Pan-EU lohnt sich, wenn du regelmäßig in mehreren EU-Ländern verkaufst, deine Versandkosten pro Bestellung senken und schneller liefern willst und die Umsatzsteuer in mehreren Ländern sauber abwickeln kannst.

Für Arbitrage-Seller gilt: Bei Pan-EU muss jedes Produkt auf fünf europäischen Amazon Marktplätzen angeboten werden dürfen. Mit ProfitGo siehst du für jedes Produkt Gewinn, FBA-Gebühren und Verkaufsberechtigung auf acht europäischen Amazon Marktplätzen. Wer Ware über ein Prep Center an Amazon schickt, kann Pan-EU oder EFN genauso nutzen.

So aktivierst du Pan-EU in Seller Central

  1. Angebote erstellen: über „Internationale Angebotserstellung" deine Angebote aus Deutschland in die anderen europäischen Amazon Stores übertragen, mit derselben SKU.
  2. Umsatzsteuer klären: Registrierungen in allen geplanten Lagerländern vornehmen, bevor Amazon Ware verteilt.
  3. Lagerländer wählen: in den Einstellungen für Versand durch Amazon mindestens zwei Lagerländer aktivieren.
  4. Status prüfen: im Bereich für den Pan-EU-Lagerbestand kontrollieren, ob alle Produkte berechtigt sind.

Mehr zur Verwaltung deines Kontos im Seller Central Guide.

Häufige Fragen zu Pan-EU und EFN

Was bedeutet Pan-EU bei Amazon?

Pan-EU steht für den Paneuropäischen Versand durch Amazon. Amazon verteilt deinen FBA-Lagerbestand auf bis zu sieben EU-Länder und verschickt Bestellungen aus einem Lager nah am Kunden zu lokalen Gebühren.

Was ist der Unterschied zwischen Pan-EU und EFN?

Bei Pan-EU lagert Amazon deine Ware in mehreren Ländern, beim Europäischen Versandnetzwerk nur in einem. Pan-EU ist günstiger pro Bestellung, braucht aber Umsatzsteuer-Registrierungen in allen Lagerländern.

Muss ich bei Pan-EU in jedem Land Umsatzsteuer zahlen?

Du brauchst in jedem der Lagerländer eine Umsatzsteuer-Registrierung und gibst dort Meldungen ab. Verkäufe an Kunden in Ländern ohne Lager meldest du über OSS.

Sind EFN-Bestellungen für Prime berechtigt?

Ja, laut Amazon sind auch über EFN versendete Bestellungen für Prime berechtigt. Die Lieferung dauert aber meist länger als bei Pan-EU.

Muss ich in den Niederlanden lagern?

Nein. Seit dem 3. September 2026 brauchst du ein aktives Angebot auf Amazon.nl, aber keine Lagerung in den Niederlanden.

Gehört das Vereinigte Königreich zu Pan-EU?

Nein, seit dem Brexit nicht mehr. Über Remote Fulfilment kannst du aus der EU trotzdem an Kunden im Vereinigten Königreich verkaufen.

Fazit

Das Europäische Versandnetzwerk ist der einfache Einstieg in Europa: ein Land für die Lagerung, eine Umsatzsteuer-Registrierung, dafür höhere Versandkosten. Der Paneuropäische Versand lohnt sich, sobald du regelmäßig in mehreren EU-Ländern verkaufst, verlangt aber Umsatzsteuer-Registrierungen und seit September 2026 aktive Angebote in den Niederlanden. Prüfe deine Produkte, rechne die echten FBA-Gebühren und entscheide dann, welches Programm zu deinem Unternehmen passt.

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