Was kostet Amazon FBA wirklich? Die ehrliche Antwort: Es hängt davon ab, welches Geschäftsmodell du wählst. Retail-Arbitrage lässt sich mit ein paar Tausend Euro testen, Private Label braucht deutlich mehr Startkapital. In diesem Überblick findest du alle Amazon FBA Kosten 2026: die Amazon Gebühren, die versteckten Kostenpositionen, die Kosten außerhalb von Amazon, das nötige Startkapital für jedes Geschäftsmodell, Alternativen zu FBA und ein vollständiges Rechenbeispiel für Händler in Deutschland.
Was kostet Amazon FBA? Die Kurzantwort
Die Gesamtkosten bei Amazon FBA bestehen aus fixen und variablen Kosten:
- Fixkosten pro Monat: 39 € zzgl. USt. für den professionellen Verkaufstarif, dazu Tools und Buchhaltung
- Variable Kosten pro Verkauf: eine Verkaufsgebühr von meist 7 bis 15 % des Verkaufspreises plus eine FBA-Versandgebühr je nach Größe und Gewicht, außerdem Lagergebühren für deinen Bestand
- Zum Start: je nach Geschäftsmodell etwa 1.000 bis 25.000 € Startkapital, vor allem für den Wareneinkauf
- Faustregel: Amazon Gebühren und Umsatzsteuer machen zusammen oft 30 bis 40 % des Verkaufspreises aus. Das ist bei Versand durch Amazon normal und gehört in jede Kalkulation.

Amazon FBA Gebühren im Überblick
Die FBA Gebühren teilen sich in drei Kostenpositionen: den Verkaufstarif für dein Verkäuferkonto, die Verkaufsgebühren pro Artikel und die Gebühren für Versand durch Amazon (Fulfillment by Amazon). Alle aktuellen Sätze findest du in Seller Central und auf Amazons Preisseite.
| Gebühr | Höhe (Deutschland) | Wann sie anfällt |
|---|---|---|
| Professioneller Verkaufstarif | 39 € zzgl. USt. pro Monat | monatlich, unabhängig vom Verkauf |
| Einzelanbieter-Tarif | 0,99 € pro verkauftem Artikel | nur für Gelegenheitsverkäufer sinnvoll |
| Verkaufsgebühr | meist 15 %, in einigen Kategorien wie Elektronik 7 %, mindestens 0,30 € | pro Verkauf, vom Bruttopreis |
| FBA-Versandgebühr | abhängig von Größe und Gewicht | pro verkaufter Einheit |
| Lagergebühren | pro Kubikmeter und Monat, im 4. Quartal bis 52,20 € pro m³ | monatlich für deinen Lagerbestand |
Verkaufstarif: Einzelanbieter oder professionell?
Der Einzelanbieter-Tarif kostet keine Grundgebühr, aber 0,99 € pro verkauftem Artikel. Ab rund 40 Verkäufen im Monat ist der professionelle Verkaufstarif günstiger. Für ein echtes Amazon FBA Business brauchst du ihn ohnehin, denn nur damit bekommst du Zugriff auf Berichte, Werbung und viele Kategorien. Wie du das Verkäuferkonto einrichtest, erklärt unser Seller Central Guide.
Verkaufsgebühren pro Produktkategorie
Die Verkaufsgebühr, oft auch Verkaufsprovision oder Vermittlungsgebühr genannt, ist ein Prozentsatz des Verkaufspreises inklusive Umsatzsteuer. In den meisten Kategorien liegt sie bei 15 %, in einigen, etwa bei Elektronik, deutlich darunter. Pro Artikel gilt eine Mindestverkaufsgebühr von 0,30 €. Die genauen Sätze je Produktkategorie findest du in Seller Central. Prüf die Kategorie vor dem Einkauf, denn sie entscheidet mit über deine Margen.
FBA-Versandgebühren nach Produktgröße und Gewicht
Die FBA-Versandgebühren decken Kommissionierung, Verpackung, Lieferung und Kundenservice. Amazon teilt die Artikel in Größenklassen ein, von kleinen Umschlägen über Standardpakete bis zu übergroßen Artikeln. Innerhalb jeder Klasse steigen die Versandgebühren mit dem Gewicht. Seit 2026 kommt ein Treibstoff- und Logistikzuschlag von 1,5 % dazu. Kleine, leichte Produkte sind deshalb deutlich günstiger als sperrige Ware.
Für niedrigpreisige Artikel gibt es eigene Tarife: Die meisten Produkte mit einem Preis bis 20 € zahlen automatisch geringere FBA-Versandgebühren. Wie du die Gebühren pro Einheit genau berechnest, zeigt unser Amazon FBA Rechner.
Lagergebühren und Lagerbestände
Für jeden Kubikmeter in Amazons Logistikzentren zahlst du monatliche Lagergebühren. Die Höhe variiert saisonal: Im Weihnachtsgeschäft von Oktober bis Dezember liegen sie laut Amazon bei bis zu 52,20 € pro Kubikmeter, deutlich höher als im Rest des Jahres. Für Lagerbestand, der länger als 241 Tage im Lager liegt, berechnet Amazon zusätzlich einen Zuschlag. Hohe Lagerbestände, die sich langsam verkaufen, fressen deshalb schnell den Gewinn auf.
Versteckte Amazon FBA Kosten
Viele Einsteiger kalkulieren nur Verkaufs- und Versandgebühren. Diese Kosten überraschen trotzdem regelmäßig:
- Gealterter Lagerbestand: Ware ab 241 Tagen Lagerzeit kostet einen Zuschlag. Dreh deinen Lagerbestand deshalb schnell.
- Retouren: Bei einer Rückerstattung behält Amazon eine Bearbeitungsgebühr ein, und zurückgesendete Ware ist nicht immer wieder verkaufbar. Plane bei hohen Retourenquoten zusätzliche Kosten ein.
- Remission und Entsorgung: Wenn du Ware aus dem Lager zurückholst oder entsorgen lässt, fällt pro Einheit eine Gebühr an.
- Werbung: Sponsored Products Ads sind optional, bei Private Label aber fast immer nötig.
- Umsatzsteuer: Von jedem Verkaufspreis in Deutschland gehen 19 % an das Finanzamt. Wer in mehreren EU-Ländern lagert, braucht dort eventuell eine eigene Registrierung. Mehr dazu im Vergleich Pan-EU vs. EFN.
- Gewerbe und Pflichtregistrierungen: Die Gewerbeanmeldung kostet je nach Gemeinde meist unter 70 €. Dazu kommen LUCID (Verpackungsregister) für Deutschland und bei Elektrogeräten eine WEEE-Nummer. Details erklärt unser WEEE-Leitfaden.
- Buchhaltung und Steuerberatung: Sobald du regelmäßig Bestellungen hast, lohnt sich professionelle Unterstützung, oft 50 bis 150 € im Monat.
Kosten außerhalb von Amazon
- Wareneinkauf: der größte Block. Du brauchst genug Kapital für mehrere Produkte und Nachbestellungen.
- Prep-Material und Versandkosten zu Amazon: Etiketten, Polybeutel und Kartons, dazu die Lieferung an die Logistikzentren. Wer keine Zeit hat, nutzt ein Prep-Center.
- Tools: Ohne Daten kaufst du blind. ProfitGo kostet 19,95 € (Manual Essential) oder 29,95 € (Manual Expert) im Monat. ProfitPath startet laut Preisseite bei 199 € im Monat. Keepa kostet 29 € im Monat. Alle ProfitPath-Produkte kannst du 14 Tage kostenlos testen.
- Rücklagen: Plane Kapital für Nachbestellungen, Preisschwankungen und unverkäufliche Ware ein.
Startkapital: Was kostet Amazon FBA je nach Geschäftsmodell?
Die wichtigste Frage beim Start ist nicht „Wie hoch sind die Gebühren?", sondern „Wie viel Startkapital brauche ich?". Die Antwort hängt vom Geschäftsmodell ab. Die folgenden Werte sind Richtwerte für den Einstieg, ohne laufende Kosten.

Retail-Arbitrage: 1.000 bis 2.000 €
Beim Retail-Arbitrage kaufst du reduzierte Produkte in Läden und verkaufst sie über Amazon weiter. Mit der ProfitGo App scannst du Barcodes direkt im Laden und siehst sofort Gebühren, Gewinn und ob du das Produkt verkaufen darfst. Dieses Budget reicht zum Lernen und für die ersten Verkäufe: 39 € Verkaufstarif, 700 bis 1.500 € für die ersten 10 bis 20 Produkte, ProfitGo ab 19,95 € im Monat und rund 50 € für Prep-Material.
Online-Arbitrage: 5.000 bis 10.000 €
Beim Online-Arbitrage kaufst du Produkte in Online-Shops, die auf Amazon mehr einbringen. Dieses Modell bietet mehr Skalierbarkeit, weil du Tausende Produkte pro Stunde prüfen kannst. ProfitPath empfiehlt für diesen Einstieg ein Startkapital von mindestens 5.000 bis 10.000 €. So hast du genug Spielraum, um Produkte zu testen, Schwung aufzubauen und Gewinne zu reinvestieren. Mit ProfitPath durchsuchst du über 1.000 Shops automatisch nach profitablen Deals. Mehr im Online-Arbitrage-Guide.
Wholesale: 5.000 bis 15.000 €
Beim Wholesale kaufst du direkt bei Großhändlern und Herstellern in größerer Masse. Die Stückpreise sind besser, aber die Mindestbestellmengen binden mehr Kapital. Mit dem Wholesale Scanner (79 € bzw. 99 € netto im Monat) prüfst du ganze Preislisten in Minuten. Mehr im Guide Wholesale auf Amazon.
Private Label: 10.000 bis 25.000 €
Beim Private Label verkaufst du eine eigene Marke. Das Potenzial ist groß, aber auch Startkapital und Risiko. Typische Kostenpositionen:
- Produktentwicklung und Muster: mehrere Muster verschiedener Hersteller testen
- Erste Produktion: die größte Position, abhängig von Mindestbestellmenge und Stückpreis
- Marke: eine deutsche Marke beim DPMA kostet online 290 € für bis zu drei Klassen, eine EU-Marke beim EUIPO 850 € für eine Klasse. Kleine Unternehmen können über den KMU-Fonds der EU bis zu 75 % zurückbekommen. Die Marke ist die Voraussetzung für die Amazon-Markenregistrierung.
- Barcodes: eigene GTIN von GS1, mit jährlicher Gebühr. Mehr zu Amazon-Barcodes.
- Fotos, Listing und A+ Content für überzeugende Produktdetails
- Launch: Werbung mit Sponsored Products und erste Rezensionen über Amazon Vine (0 €, 70 € oder 170 € pro Eltern-ASIN)
- Zertifizierungen und Compliance: je nach Produkt, zum Beispiel CE-Kennzeichnung, Prüfberichte oder Importkosten
Arbitrage und Wholesale sparen sich diese Produktkosten, weil du bestehende Markenprodukte verkaufst. Dafür teilst du das Listing mit anderen Verkäufern.
Rechenbeispiel: Was bleibt von einem Verkauf?
Ein vereinfachtes Beispiel für ein Arbitrage-Produkt in Deutschland. Die FBA-Versandgebühr ist ein Beispielwert, den genauen Wert zeigt dir ProfitGo oder unser FBA Rechner.
| Position | Betrag |
|---|---|
| Verkaufspreis inkl. USt. | 29,99 € |
| Umsatzsteuer (19 %) | 4,79 € |
| Verkaufsgebühr (15 %) | 4,50 € |
| FBA-Versandgebühr (Beispiel) | 4,20 € |
| Lagergebühren (anteilig) | 0,10 € |
| Wareneinkauf netto | 12,00 € |
| Prep und Versand zu Amazon | 0,50 € |
| Gewinn | 3,90 € |
| ROI | 31 % |
Von 29,99 € Preis bleiben nach allen Kosten 3,90 € Gewinn. Das ist ein guter Deal, aber nur, wenn die Schätzungen stimmen. Mit ProfitGo siehst du diese Rechnung für jedes Produkt in Sekunden, inklusive Verkaufsberechtigung, bestätigter Verkäufe und Preisverlauf.
Alternativen zu FBA: FBM und Prime durch Verkäufer
- FBM (Fulfillment by Merchant): Du lagerst und versendest selbst. Die FBA-Versandgebühren entfallen, dafür trägst du Versandkosten, Verpackung und Kundenservice. Sinnvoll für große, schwere oder langsam drehende Artikel.
- Prime durch Verkäufer: Du versendest selbst mit Prime-Badge, musst aber strenge Lieferzeiten einhalten.
- Kombination: Viele Amazon Seller nutzen FBA für Schnelldreher und FBM für Sonderfälle.
Lohnt sich Amazon FBA 2026 noch?
Ja, für Verkäufer, die ihre Kosten kennen. Laut ProfitPath liegen die Gewinnmargen im Online-Arbitrage meist zwischen 15 und 40 %, je nach Kategorie und Wettbewerb.
- Vorteile: Zugang zu Amazons Logistik in ganz Europa, Prime-Versand für mehr Kunden, bessere Chancen auf die Buy Box, und Amazon übernimmt Lager, Versand, Retouren und Kundenservice.
- Nachteile: Gebühren, die Amazon regelmäßig ändert, hohe Lagerkosten für langsam drehende Produkte und die Abhängigkeit von Amazons Regeln. Amazon zieht seine Gebühren direkt von deinen Umsätzen ab.
- Realistischer Zeitplan: in Monat 1 bis 2 die Grundlagen lernen und die ersten 10 bis 20 Verkäufe machen, in Monat 3 bis 6 eine feste Sourcing-Routine aufbauen und Gewinne reinvestieren, ab Monat 6 mehr Kapital einsetzen und Wholesale testen.
Amazon FBA Kosten senken: 6 Tipps
- Anreize für neue Verkäufer nutzen: Laut Amazon bekommen berechtigte neue Verkäufer Anreize im Wert von bis zu 47.250 €, darunter 10 % zurück auf die ersten 45.000 € Markenumsatz und kostenlose Lagerung für neue Produkte.
- Auf niedrigpreisige Artikel setzen: Produkte bis 20 € profitieren von den günstigeren FBA-Tarifen.
- Lagerbestand schnell drehen: lieber kleinere Mengen kaufen und nachbestellen, statt Ware monatelang zu lagern.
- Kleine, leichte Produkte wählen: Größe und Gewicht bestimmen die Versandgebühr.
- Verkaufsberechtigung vor dem Kauf prüfen: so vermeidest du Ware, die du nicht verkaufen darfst.
- Auf die Preisgestaltung achten: einen Mindestpreis kalkulieren, unter dem du nicht verkaufst, und Preisverläufe vor dem Einkauf prüfen.
Häufige Fragen zu den Amazon FBA Kosten
Wie hoch sind die Kosten für Amazon FBA?
Der professionelle Verkaufstarif kostet 39 € zzgl. USt. im Monat. Pro Verkauf kommen die Verkaufsgebühr von meist 7 bis 15 % (mindestens 0,30 €) und die FBA-Versandgebühr dazu, außerdem Lagergebühren für deinen Bestand.
Wie hoch sind die FBA Gebühren im Jahr 2026?
Die FBA Gebühren richten sich 2026 nach Größenklasse und Gewicht und enthalten einen Treibstoff- und Logistikzuschlag von 1,5 %. Produkte bis 20 € zahlen reduzierte Tarife. Die genauen Werte stehen in Seller Central und im FBA Rechner.
Wie viel Startkapital brauche ich für Amazon FBA?
Für Retail-Arbitrage reichen etwa 1.000 bis 2.000 €. Für Online-Arbitrage empfiehlt ProfitPath 5.000 bis 10.000 €. Wholesale braucht wegen der Mindestbestellmengen oft 5.000 bis 15.000 €, Private Label meist 10.000 bis 25.000 €.
Wie viel Prozent nimmt Amazon vom Verkäufer?
Die Verkaufsgebühr liegt meist bei 15 %, in einigen Kategorien bei 7 %. Mit FBA-Versand, Lagerung und Umsatzsteuer gehen oft 30 bis 40 % des Verkaufspreises ab.
Was kostet Amazon FBA im Monat?
Mindestens 39 € für den Verkaufstarif. Dazu kommen Lagergebühren, Tools wie ProfitGo ab 19,95 € und eventuell Buchhaltung und Werbung.
Wie viel kann man mit Amazon FBA verdienen?
Das hängt von Kapital, Zeit und Geschäftsmodell ab. Im Online-Arbitrage liegen die Margen laut ProfitPath meist bei 15 bis 40 %. Wer Gewinne konsequent reinvestiert, baut sein Business Schritt für Schritt auf.
Wo finde ich den Amazon FBA Gebührenrechner?
Amazon bietet in Seller Central den Umsatzrechner an. Schneller geht es mit ProfitGo direkt auf jeder Produktseite. Alle Gebühren erklärt unser FBA-Rechner-Guide.
Fazit
Die Amazon FBA Kosten bestehen aus festen Monatsgebühren, Gebühren pro Verkauf und dem Startkapital für deine Ware. Wie viel du brauchst, hängt vor allem vom Geschäftsmodell ab: Retail-Arbitrage ist der günstigste Einstieg, Online-Arbitrage und Wholesale brauchen mehr Kapital, Private Label am meisten. Wer vor jedem Kauf die komplette Rechnung macht, Rücklagen einplant und Gewinne reinvestiert, macht aus FBA ein profitables Online-Geschäft.



